Taylor Swift

Ein neuer, aber den meisten schon bekannter Stern ist am Country-Himmel aufgegangen. Ihr Name? Taylor Alison Swift. Am 13. Dezember 1989 erblickte Taylor in Wyomissing, im US Bundesstaat  Pennsylvania, das Licht der Welt. Bereits mit elf Jahren beginnt sie, sich an verschiedene Plattenfirmen zu wenden. Doch diese zeigen noch nicht allzu großes Interesse an der jungen Künstlerin. Somit bleibt der angestrebte Plattenvertrag für das junge Mädchen erst einmal unerreichbar.

Ihre Eltern, Andrea und Scott Swift, wollen ihre Tochter nach den Enttäuschungen aufheitern und schenken ihr ihre erste Gitarre. Die meisten Mädchen in ihrem Alter spielen mit Puppen, sie spielt ihr Instrument und so ist es nicht verwunderlich, dass sie bereits wenige Wochen später beginnt, erste eigene Songtexte zu verfassen. Dass ihr ihre eigenen Texte sehr wichtig sind, zeigte Taylor Swift, als sie ihren ersten Plattenvertrag ablehnte. Das Angebot des Labels sah vor, das Ghostwriter das Schreiben der Songtexte übernehmen würden. Damit war die junge Swift allerdings nicht einverstanden.

Die beste Adresse in Nashville für Songwriter ist das „Bluebird Cafe“. Scott Borchetta, der gerade sein eigenes Label Big Machine Records gegründet hat, sitzt eines Tages im Publikum. Er kann sich für die zu diesem Zeitpunkt 14jährige Künstlerin begeistern und nimmt sie unter Vertrag. Ihre Debütsingle „Tim McGraw“ schafft es auf Anhieb unter die Top 100 der US-Billboard-Charts, ihr Debütalbum „Taylor Swift“ schafft es bis auf Platz 5 und wurde mit dreifach Platin ausgezeichnet. Am 29. Januar erhielt sie für ihr Album „Fearless“ insgesamt vier Grammys, unter anderem in der Kategorie „Album des Jahres“ und „Country Album des Jahres“.

Shania Twain

Am 28. August 1965 erblickt Eileen Regina Edwards in Windsor, Kanada, das Licht der Welt. Dass Ihnen dieser Name vermutlich nichts sagt, ist nicht auf eine Wissenslücke zurückzuführen. Eileen Regina Edwards wurde nämlich nicht als sie selbst, sondern als Shania Twain berühmt.

Sie ist das zweite von drei Kindern. Als sich ihre Eltern scheiden lassen, ist sie gerade erst zwei Jahre alt. Die Mutter nimmt ihre Kinder mit nach Timmins, ein kleines Dorf nördlich von Toronto.

Ihr bekannter Nachname stammt von Jerry Twain, ihrem Stiefvater. Er gehört zum Stamm der Ojibwa Indianer. Eileen Regina fühlt sich stark zu Jerry und seiner Herkunft hingezogen, sie akzeptiert ihn als ihren Vater und nennt sich fortan „Shania“. Dieser Name ist indianisch und bedeutet so viel wie „Ich bin auf meinem Weg“. Mit acht Jahren sammelt das hübsche Mädchen erste Bühnenerfahrungen. Sie entdeckt ihre Leidenschaft zur Musik und zieht mit 21 Jahren nach Toronto. Dort jobbt sie tagsüber als Sekretärin. Am Abend widmet sie sich ihrem zweiten Leben: sie tritt in verschiedenen Clubs auf, übt ihren Gesang.

Das unbeschwerte Leben der jungen Künstlerin hat schlagartig ein Ende. Ihre Eltern sterben bei einem Autounfall, hinterlassen ihr die Aufgabe, sich um die Geschwister zu kümmern. Shania zieht zurück nach Timmins. Ihre Aufopferung für die Familie wird vom Schicksal belohnt: aufgrund mehrerer glücklicher Verstrickungen gelingt es ihr, 1993 das Debüt-Album „Shania Twain“ zu veröffentlichen. Knapp 100.000 Exemplare werden verkauft.

Das private Glück folgt, sie gibt ihrem Produzenten Robert John Lange das Ja-Wort.

1997 wird Twain mit ihrem Album „Come On Over“ zum Superstar. Es ist noch heute das erfolgreichste Country Album aller Zeiten und wurde 22-mal mit Platin ausgezeichnet.

Emmylou Harris

Sie nahm mit Weltstars wie Johnny Cash und Bob Dylan Duette auf. Mehrere Grammy-Awards zieren ihren Trophäenschrank. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Emmylou Harris zu den ganz großen ihrer Branche, der Country-Musik, gehört.

Emmylou Harris wird am 2. April 1947 in Birmingham im US-Bundesstaat Alabama geboren.  Schon als Teenager entdeckt sie ihre Liebe zur Gitarre und zum Gesang. Sie beginnt ein Studium in Schauspielerei, bricht es jedoch ab, um nach New York zu ziehen und in verschiedenen Clubs aufzutreten. Sie nimmt ein Album auf, das sich leider nicht gut verkauft. Erst 1971 wendet sich das Blatt für die damals 24jährige: sie lernt Chris Hillman kennen.  Der ehemalige Byrds-Bassist hatte sie in einem Club spielen hören und ihr Talent entdeckt.  Aus diesem Grund macht er die junge Frau mit Gram Parson bekannt, der zu diesem Zeitpunkt zufälligerweise nach einer begabten Sängerin für sein erstes Solo-Album sucht. Dieses und ein weiteres Album werden in gemeinschaftlicher Arbeit produziert, dann stirbt Parson an einer Überdosis. Harris, die inzwischen wichtige Kontakte zu Musikern geknüpft hat, nimmt weitere Alben auf, die mittelmäßige bis größere Erfolge feiern. 1985 gelingt ihr dann der ganz große Durchbruch. „The Ballad of Sally Rose“ wird mit einem Grammy ausgezeichnet – einem  der insgesamt zehn vergoldeten Grammophonskulpturen, die sie im Laufe ihrer Karriere erhält. Neben dem begehrtesten Musikpreis, ehrte man Harris auch mit unzähligen anderen Auszeichnungen, wie dem Billboard Century Award im Jahre 1999. Die größte Ehre wurde ihr 2008 zuteil, als sie in die Country Music Hall of Fame aufgenommen wurde.

Dixie Chicks

Was haben Emily Robinson, Martie Maguire und Natalie Maines gemeinsam? Sicherlich, sie sind Frauen und hübsch noch dazu. Aber vor allen Dingen sind sie die “Dixie Chicks”. Wer mit diesem frechen Namen nichts anfangen kann, hat sich wohl noch nicht mit dem Thema Countrymusik beschäftigt.

Die Dixie Chicks sind nämlich bereits seit 21 Jahren dick im Geschäft: mit inzwischen mehr als 30,5 Millionen verkauften Tonträgern, sind sie die erfolgreichste Frauenband der USA. Was heute eine etablierte Country-Band ist, die sich mehr und mehr an den Musikrichtungen Rock und Pop orientiert, hat einmal ganz klein angefangen.

1989 gründeten die Schwestern Emily und Martie gemeinsam mit ihren Freundinnen Laura Lynch und Robin Lynn Macey eine bluegrassorientierte Countryband. Obwohl die Besatzung der Band sich im Laufe der Jahre verändert hat, blieb der Name immer gleich. “Dixie Chicks” bedeutet übersetzt so viel wie “junge Frauen aus den US-amerikanischen Südstaaten”, in Anspielung auf ihre Heimat Texas.

Ein unabhängiges Label veröffentlichte die ersten drei Platten der Band, später wechselten sie zu Sony BMG. Das passierte allerdings erst, als Robin und Laura die Gruppe bereits verlassen hatten. An ihre Stelle trat Natalie Maines, Tochter des bekannten Produzenten und Gitarristen Lloyd Maines, die mit ihrer prägnanten Stimme eine ideale neue Leadsängerin abgab. Das Erfolgsrezept der Country-Mädels besteht nicht nur aus guten Stimmen und musikalischem Talent: die Songtexte der Chicks überzeugen, weil sie gesellschaftlich umstrittene Themen abhandeln. Wer jetzt erst auf die schönen Texanerinnen aufmerksam geworden ist und mehr über die Bandgeschichte erfahren möchte, sollte sich den 2006 erschienenen Dokumentarfilm “Dixie Chicks: Shut Up and Sing” ansehen.

Alison Krauss

Eine Frau, die an der Violine und der Fidel gleichermaßen begabt ist und zudem über eine wunderbare Stimme verfügt, das ist Alison Krauss.

Die hübsche Sängerin wird am 23. Juli 1971 in Decatur, Illinois geboren. Schon mit fünf Jahren nimmt Krauss klassischen Musikunterricht und übt das Spielen auf der Violine. Dass sie in den 90er Jahren neue Maßstäbe in der Bluegrass-Musik setzen wird, ahnt sie zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht. Sie merkt jedoch bald, dass sie nichts mit klassischer Musik anfangen kann, stattdessen begeistert sie sich für Country- und Bluegrass. Im Alter von acht Jahren beginnt sie in der Region um ihre Heimatstadt Champaign, an verschiedenen Talentwettbewerben teilzunehmen. Ihre erste eigene Band gründet sie zwei Jahre später. 1983, Alison ist zu diesem Zeitpunkt zwölf Jahre alt, gewinnt sie die „Illinois State Fiddle Championship“. Von der „Society fort he Preservation of Bluegrass in America“ wird sie zum „Most Promising Fiddler“ des Mittleren Westen gekürt.  Der „Father of Bluegrass“, Bill Monroe, wird auf sie aufmerksam und beginnt, sie zu fördern.

Als ihr Bruder Viktor 1985 sein Album „Different Strokes“ veröffentlicht, nutzt die damals 14jährige Alison die Chance, ihre eigene Stimme auf der Platte debütieren zu lassen. Ihr erstes eigenes Album „Too Late To Cry“, erobert zwei Jahre später den Markt.

Große Bekanntheit in Europa erreicht sie durch ihre Mitarbeit am Soundtrack zum Film „O Brother, Where Art Thou?“ (2000).

Der 2007 gemeinsam mit Robert Plant (dem ehemaligen Sänger von Led Zeppelin)  produzierte Long Player „Raising Sand“, wird 2009 mit fünf Grammys prämiert. Bislang wurde Krauss mit insgesamt 26 Grammys geehrt, was sie zur erfolgreichsten Künstlerin überhaupt macht.