Country-Musik – Fiddle, Banjo und Heimweh nach Irland
Country-Musik ist eine noch junge Musikrichtung und kam mit Kolonisten im 19. Jahrhunderts nach Amerika. Vor allem irische, englische und schottische Siedler, meist einfache Leute, brachten die schlichten Volksweisen und Instrumente ihrer Heimat (viele aus Dublin) mit in die Neue Welt. Dazu improvisierten sie Texte, die sich auf ihren Alltag, ihre Sorgen und Freuden bezogen.
Als eigener Musikstil durchzusetzen begann sich Country Music in den 1920er Jahren. Ur-Instrument der klassischen Country-Musik ist nicht, wie man annehmen könnte, die Gitarre, sondern die Fiddle, eine einfache Geige, wie sie heute noch in manchem irischen oder schottischen Pub zu sehen und zu hören ist. Vor allem in den abgelegenen Bergen des Südostens der USA wie den Appalachen packten die gälisch-englischen Einwanderer gerne ihre Instrumente aus und fiedelten sich das Heimweh aus der Seele, dazu wurde gesungen und getanzt. Französische Siedler aus der Nachbarschaft steuerten ihrerseits Volksmusik bei. Als später musikalische Einflüsse der Sklaven mit Banjo und Gitarre und deutsche (Autoharp, eine Art Zither) hinzukamen, fein abgemischt mit dem Klang der Mandoline, war die klassische Country-Musik der frühen Jahre geboren. Es war aber tatsächlich eine Familie aus Virginia mit englischen Wurzeln, die mit “ländlicher Musik” in den 1920er Jahren als erste musikalische Karriere machte: Die Carter Family.