Country-Musik – Fiddle, Banjo und Heimweh nach Irland

Country-Musik ist eine noch junge Musikrichtung und kam mit Kolonisten im 19. Jahrhunderts nach Amerika. Vor allem irische, englische und schottische Siedler, meist einfache Leute, brachten die schlichten Volksweisen und Instrumente ihrer Heimat (viele aus Dublin) mit in die Neue Welt. Dazu improvisierten sie Texte, die sich auf ihren Alltag, ihre Sorgen und Freuden bezogen.

Als eigener Musikstil durchzusetzen begann sich Country Music in den 1920er Jahren. Ur-Instrument der klassischen Country-Musik ist nicht, wie man annehmen könnte, die Gitarre, sondern die Fiddle, eine einfache Geige, wie sie heute noch in manchem irischen oder schottischen Pub zu sehen und zu hören ist. Vor allem in den abgelegenen Bergen des Südostens der USA wie den Appalachen packten die gälisch-englischen Einwanderer gerne ihre Instrumente aus und fiedelten sich das Heimweh aus der Seele, dazu wurde gesungen und getanzt. Französische Siedler aus der Nachbarschaft steuerten ihrerseits Volksmusik bei. Als später musikalische Einflüsse der Sklaven mit Banjo und Gitarre und deutsche (Autoharp, eine Art Zither) hinzukamen, fein abgemischt mit dem Klang der Mandoline, war die klassische Country-Musik der frühen Jahre geboren. Es war aber tatsächlich eine Familie aus Virginia mit englischen Wurzeln, die mit “ländlicher Musik” in den 1920er Jahren als erste musikalische Karriere machte: Die Carter Family.

Shania Twain

Am 28. August 1965 erblickt Eileen Regina Edwards in Windsor, Kanada, das Licht der Welt. Dass Ihnen dieser Name vermutlich nichts sagt, ist nicht auf eine Wissenslücke zurückzuführen. Eileen Regina Edwards wurde nämlich nicht als sie selbst, sondern als Shania Twain berühmt.

Sie ist das zweite von drei Kindern. Als sich ihre Eltern scheiden lassen, ist sie gerade erst zwei Jahre alt. Die Mutter nimmt ihre Kinder mit nach Timmins, ein kleines Dorf nördlich von Toronto.

Ihr bekannter Nachname stammt von Jerry Twain, ihrem Stiefvater. Er gehört zum Stamm der Ojibwa Indianer. Eileen Regina fühlt sich stark zu Jerry und seiner Herkunft hingezogen, sie akzeptiert ihn als ihren Vater und nennt sich fortan „Shania“. Dieser Name ist indianisch und bedeutet so viel wie „Ich bin auf meinem Weg“. Mit acht Jahren sammelt das hübsche Mädchen erste Bühnenerfahrungen. Sie entdeckt ihre Leidenschaft zur Musik und zieht mit 21 Jahren nach Toronto. Dort jobbt sie tagsüber als Sekretärin. Am Abend widmet sie sich ihrem zweiten Leben: sie tritt in verschiedenen Clubs auf, übt ihren Gesang.

Das unbeschwerte Leben der jungen Künstlerin hat schlagartig ein Ende. Ihre Eltern sterben bei einem Autounfall, hinterlassen ihr die Aufgabe, sich um die Geschwister zu kümmern. Shania zieht zurück nach Timmins. Ihre Aufopferung für die Familie wird vom Schicksal belohnt: aufgrund mehrerer glücklicher Verstrickungen gelingt es ihr, 1993 das Debüt-Album „Shania Twain“ zu veröffentlichen. Knapp 100.000 Exemplare werden verkauft.

Das private Glück folgt, sie gibt ihrem Produzenten Robert John Lange das Ja-Wort.

1997 wird Twain mit ihrem Album „Come On Over“ zum Superstar. Es ist noch heute das erfolgreichste Country Album aller Zeiten und wurde 22-mal mit Platin ausgezeichnet.